Der gemanagte tapfere Bodo und

seine phänomenale Neujahrsansprache

Frau Schildburg:

Ich dachte mein Schwein pfeift, als ich die Neujahrsansprache des „tapferen Bode“ zufällig über mich ergehen ließ, denn wer sucht schon gezielt nach solchem Schmarrn. So lange der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen eine solche halbewalkte nichtssagende Ansprache an reichlich zwei Millionen Thüringer abgibt, die Vorschulkinder mal ausgenommen, muss man an der Existenz des stolzen Thüringens zweifeln. Ich muss mir auch keine Gedanken mehr um Populismus machen, und will ich mich gerne den Populisten zugehörig fühlen, so lange Populismus als Realität so überwältigend ist. Im Vergleich ist Rosamunde Pilcher nobelpreisverdächtig. – Bodo, mir graut vor Dir, vor so viel dünner Behäbigkeit, Du kannst es tatsächlich nicht. Gerne hätte ich erfahren, wie Thüringen war und wie es 2017 mit dieser zusammengewalkten Minderheitsregierung werden wird. Thüringen wartet dringendst auf deutliche Aussagen. Für die gegenwärtigen deutschen Wirtschaftserfolge kann die SED-Nachfolgepartei „Die LINKE“ tatsächlich nichts.

Herr Hausen:

Mir kommen die Tränen. Im größten Lexikon der Welt, für die ich wie immer auch dieses Jahr gespendet habe, damit sie uns noch viele Jahre begleitet, steht unter „Neujahrsansprache“, dass man darunter eine in einem Rundfunk- oder Fernsehsender ausgestrahlte Rede eines Staatsoberhaupts oder Regierungschefs zum Jahreswechsel versteht. Und die lasse ich mir eigentlich nie entgehen. Liebe Schildburg, Deine Wahrnehmung ist durch nichts gestört. Die Merkelsche Ansprache will ich nicht kommentieren, das liegt mir fern, ferner als meine einst geliebten Gedanken an die Kanzlerin. Im „Thüringen-Journal“ des mdr sah ich den „tapferen Bodo“, vermutlich staatstragend gemanagt, vielleicht aber auch nur wie Lieschen Müller umschschmeichelt. Die Audienz beim Heiligen Vater ist wohl eher wirkungslos geblieben, der sich in der Rolle des Landesvaters Sehende schätzt mit außerordentlichem Eifer die Probleme der gesamten Menschheit ein, die seine ideologischen Vorfahren seit mindestens einem Jahrhundert hätten lösen können. Der linke sozialistische Laienprediger Bodo Ramelow würdigte den 500. Jahrestag der Reformation, mit der die Sozialisten und Kommunisten eigentlich wenig am Hut haben, er vergaß aber den 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution von 1917, der in der Nachwirkung mehr als 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen.
Wie es auch sei, die Fernsehansprache sah recht eigenartig aus, und für mich war sie außerordentlich hilflos lustig. Der Kopf des Herren aus der Staatskanzlei in Erfurt bewegte sich ständig nervös von links nach rechts. Oder waren es nur die Nerven? Er bewegte seinen Kopf zu dem Gesagten, nie zustimmend von oben nach unten. Ein angeblich souveräner Landesvater sieht anders aus, aber für einen PR-Mann reicht es, zum Beispiel als Werbeofferte für einen Großmarkt – irgendwo, nur nicht in Thüringen. Wie sagten wir doch in der DDR: Niemand ist nutzlos, und wenn er als schlechtes Beispiel dienen kann.
Mir bleiben nur Empfehlungen: Bodos Hündchen muss mal wieder Gassi oder feldein gehen. Und die „Augsburger Puppenkiste“ ist auch sehr schön.

  • Drachentöter 2.0  schreibt:

    Lieber Herr-schmeiß-Hirn-runter,
    Nachtrag:
    „Du“ ist voll o.k.!
    Grüße

  • Herr-schmeiß-Hirn-runter  schreibt:

    Lieber Drachentöter 2.0,
    kein logisch denkender Mensch kann Dir/Ihnen widersprechen. Dieser Bodo, eine einzigartige Fehlbesetzung als Ministerpräsident, wird aber vom Ex-DDR-Bürger, von Grünen, halbgewalkten Sozialdemokraten als die wahre Zukunft wahrgenommen. Was weiß der schon vom Regieren oder von der DDR? – Unglaublich, was in Thüringen passiert, und die bürgerliche Opposition verharrt in einer Schockstarre und bewegt sich nicht mehr. Die bürgerliche Mitte muss sich bewegen, niemand anders. Die Linke hat doch ein einfaches Argumentieren. So mancher Bürger lebt sein gewohntes Leben bis 1989, Leben, mit dem was ist, und dann bemüht man die sozialistisch-kommunistische Schindmähre und mischt das unzufriedene Volk neu auf. Versucht doch nur einmal die Umfragen und die Antworten zu analysieren. Mit ein paar linken Phrasen, immer die gleichen einprägsamen schrecklich vereinfachenden Argumente, und man hat eine simple Lösung. Mit diesen Typen hat Deutschland keine Zukunft.

  • Drachentöter 2.0  schreibt:

    Der Bodo als nickende Werbeikone vor einem Kaufhaus, das würde doch die Umsätze ins Bodenlose fallen lassen. Dazu taugt er nicht!
    Ihn beim Einkaufen ständig sehen zu müssen, das grenzt doch schon an Folter.
    Doch nutzlos ist er wahrhaftig nicht: Ich warte immer noch auf die von ihm angekündigte Aufarbeitung der DDR-Diktatur, die er in seiner Antrittsrede als Shootingstar von Thüringen vollmundig angekündigt hatte. Gelesen habe ich von ihm bislang nichts. Vielleicht bewegen ihn jetzt ganz andere Sorgen. So beispielsweise, die vielen „Populisten“, die sich auf dem Erfurter Domplatz treffen.
    Wer diesen Terminus überhaupt in die Medien gebracht hat, sollte noch einmal eine Nachhilfestunde in Latein absolvieren.
    „Populistisch“ kommt von „Populus“-das Volk. So ist es eigentlich klar, dass „Populismus“ die Stimme des Volkes ist. Hat hier einer etwas falsch verstanden? Jeder der Regierung, in der Journaille und anderen Massenmedien benutzt das Wort, kann es aber offenbar nicht deuten.
    Auf jeden Fall klingt es nicht schlecht, es gibt so einen intellektuellen Touch.
    „Wutbürger“ klang so irgendwie nach „Prol“, profan, also musste etwas Neues her. „Linkspopulismus“, „Rechtspopulismus“ und der Populismus der Mitte, also doch wieder gesamte Volkes Stimme. Einer quatscht es vor und alle Lemminge laufen hinterher.
    Nun was soll´s, wegen so einem Wackeldackel regt man sich doch nicht auf, er ist genau so überflüssig wie eine Sch…-Rolle in der Hutablage, also ein „Linkspopulist“

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