Die Demokratie in Deutschland und ihre Scheinheiligen

Frau Schildburg:

 Die gute Tagesstimmung ist vorbei. Bevor ich meinen Badeanzug eingepackt hatte, schaute ich nochmal ins Netz. Entsetzlich! In Schleswig-Holstein hat ein Gastwirt die „Schnauze voll“ und schließt sein Gasthaus. Im März fand dort eine Veranstaltung der AfD mit Frauke Petry statt. Jetzt kann er sich des psychischen Terrors und der Attacken auf seinen Betrieb kaum noch erwehren. Die „Kieler Nachrichten“ haben das gemeldet. Haben wir das Grundgesetz inzwischen außer Kraft gesetzt? Sind wir inzwischen in der Diktatur gelandet? Vielleicht gibt es sie doch, die Diktatur der Demokratie? Unsäglich! Das macht mich betroffen. Wie sagte doch Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778), der bedeutendste Philosoph der europäischen Aufklärung:
„Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“



Herr Hausen:

Das entsetzt mich nicht. Diese Stimmung der „gelebten“ Demokratie hat sich schon lange angekündigt. Selbst auf dem Kirchentag zum Reformationsjubiläum klang das an. – Gesetze gelten für alle. Ansonsten sollten wir es unterlassen, über Demokratie zu reden oder uns Rechtsstaat zu nennen. Ich bin dieses Geschwafels schon lange überdrüssig, das nicht nur durch linke Gruppierungen geistert.
Der CDU-Politiker Norbert Barthle hat es klar und verständlich formuliert:
„In einer liberalen Demokratie kann und darf man selbst extreme Weltbilder nicht verbieten. Geisteshaltungen lassen sich nur durch Erklärung, Aufklärung und Erziehung verändern.“
Die Demokratie-Eiferer sollten sich selbst erziehen, ehe sie andere verurteilen. Wir sind auf dem besten Weg zu Weimarer Verhältnissen. In der Demokratie herrscht nun mal Gegenverkehr. Die Einbahnstraßen der Diktatur haben wir hinlänglich im Nationalsozialismus und im DDR-Sozialismus sowjetischer Prägung erlebt.
Oder soll es irgendwann wieder heißen: „Kauft, trinkt oder esst nicht bei …
Mehr will ich nicht sagen, sonst komme ich in den bösen Verdacht, nationalsozialistische Vergleiche zu bemühen. Dann droht mir die Demokratie-Keule.

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