Ein natürlicher Nachteil der Demokratie ist, dass sie denen die Hände bindet, die es ernst mit ihr meinen

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Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

Hast du es gelesen? Da haben doch die Filmemacher auf der mdr-Internetseite tatsächlich noch einmal diskutiert. Dort antworten Autorin Ute Gebhardt und die leitende Redakteurin Eva Hempel auf die Bedenken der Gegner.

Herr Hausen:

Diese Ausführungen sind uns  ja hinlänglich bekannt. Argumente des Interessenkreises „Madame Royale“, die sowohl schon auf der Theaterveranstaltung im Oktober letzten Jahres, so auch auf der Podiumssitzung vom „Freies Wort“ im April ausreichend präsentiert wurden, aber keinen der Gegner wirklich überzeugten.

Frau Schildburg:

Meinst Du etwa, es handelt sich wieder einmal um einen Alibibeitrag, der ihr schlechtes Gewissen beruhigen soll?

Herr Hausen:

Ja, so schaut es, waren es doch wissentlich 1656 Bürger aus Hildburghausen, die mit ihrer Unterschrift dagegen gestimmt  haben. Bei nur einem Wahllokal mehr, hätte die ganze Situation  anders aussehen können, aber absichtlich wurden hier die Ortsteile ausgegrenzt.

Frau Schildburg:

So ist es. Wir waren doch noch vor der Abstimmung in den Ortsteilen, da prallte uns  einige Wut entgegen, generell gegen Hildburghausen und ihre Stadträte. Viele Bürger fühlen sich ohnehin ausgegrenzt und antworteten mir: „Auf einen Sonntag fahren wir nicht extra nach Hildburghausen, wäre die Abstimmung im Dorf, würden wir daran teilnehmen.“ Es gab sogar die Aussage: „ Wenn ich nicht daran teilnehme, stimme ich doch auch dagegen, oder?“  Das war übrigens  ein netter Herr aus Ebenhards mit zwei Hunden, der hatte seinen Abstimmungsschein schon vorher entsorgt.

Herr Hausen:

Nur ein Wahllokal mehr, und wir hätten sogar die 20 Prozent erreichtund nicht nur die über Wochen von der Stadt über Presse uns einsuggerierten, absichtlich gedachten 15 Prozent. Von daher ist dieser Artikel absolut so zu verstehen, dass der mdr mit diesem Beitrag sein ungutes Gewissen entlasten musste, sollte dieser überhaupt ein Gewissen besitzen.

Frau Schildburg:

Neulich beim Einkaufen im REWE-Markt begegnete ich einem Bürger, den ich nicht weiter kannte. Er sprach mich gleich mit „du“ und meinem Vornamen an, gab mir die Hand und bedankte sich mehrmals, dass wir uns gegen die Exhumierung so eingesetzt haben. Seine Worte waren ganz eindeutig: „Ja, es war von der Stadt so gewollt“.

Herr Hausen:

Da siehst du es, liebe Schildburg. Nun nimm noch die Kommentare der Homepage und die vielen Mails hinzu, die wir deutschlandweit erhalten haben. Alle sind sie der Meinung, so eine Exhumierung auf Kosten dieser Frau ist einfach nur schäbig und wird unserer Stadt nicht zum Vorteil sein.

Frau Schildburg:

Ja, da hast du recht, viele, die in Hildburghausen aufgewachsen sind, gar nicht mehr in unserer Stadt wohnen und die ganze Sache über unsere Homepage verfolgt haben, sind über das Ergebnis enttäuscht, haben sich aber trotzdem  bedankt und motivieren uns weiterhin.

Herr Hausen:

Da sind wir wieder bei der Demokratie, und mir fällt gleich  Vaclav Pawel ein: „Ein natürlicher Nachteil der Demokratie ist, dass sie denen die Hände bindet, die es ernst mit ihr meinen.“

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