Es lebe das Jahr 2018 mit seinem 1. und 6. Januar an der Spitze

Frau Schildburg sorgenvoll zu Herrn Hausen:

Immer noch ist Weihnachtszeit. O, du fröhliche! Und heute ist der „Öberschte“, die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland sind da, die Weisen aus dem Morgenland: Caspar, Melchior, Balthasar. Andere sagen, das CMB hat nicht viel mit ihnen zu tun, eher „Christus mansionem benedical“ (Gott segne dieses Haus!). Egal, was da aus Kirchenkreisen gesagt wird, dass der Tag der Heiligen Drei Könige nicht, aber auch gar nichts mit dem Stärkeantrinken zu tun habe, das sei ein krankmachender Volksbrauch. Das juckt mich nicht. Heute werde ich mir in trauter Familienseligkeit Stärke antrinken und kräftig essen: Schinken, Hackepeter, Mistenflitzerschenkel, vielleicht auch noch ein Rindersteak. Kräftig sollte der Abend schon sein.

Herr Hausen:

Nicht schlecht, Herr Specht. Da musst du aber noch zur Komatrinkerin werden und mindestens ein halbes Mastschwein alleine verzehren, wenn du dem „Öberschten“ gerecht werden willst. Schau dir doch die inzwischen sanierte und leergeräumte Untere Marktstraße an. Die will niemand mehr. Und der immer leerer werdende Marktplatz. Man sagt, die Geschäfte x, y und z werfen demnächst wie der KO-geboxte Boxer das Handtuch, vielleicht ist es auch schon ein großes Badetuch. Namen nenne ich nicht, sonst droht wieder einer mit dem Gericht. Das ist mir aber scheißegal, weil ich das alles zum Kotzen finde. In der Oberen Marktstraße beginnt ein Leerräumen. Da brauchen wir auch keine Sanierung mehr und denkmalgerechtes Straßenpflaster schon gar nicht. Die letzte Rechnung bekommt die Firma aus Themar mit dem großen Kran ausbezahlt, zum Hochklappen der Bürgersteige.

Frau Schildburg:

Ich sehe es aus praktischen Gesichtspunkten. Da bleibt doch wenigstens für den Citymanager mindestens ein Ladengeschäft, vielleicht auch noch welche für den hochwohllöblichen Stadtrat mit seinen tieffliegenden Träumereien von einer belebten City gemeinsam mit dem Herrn Bürgermeister. In Birkenhäselrabshausen im wirtschaftlich boomenden Deutschland ist genügend Platz für die Expansion.

Herr Hausen:

Bei der sprudelnden Konjunktur bleibt hoffentlich einer zum Lichtausmachen übrig. Prosit! Mein Sekt sprudelt unaufhörlich. Du hast es schon gesagt, dass die Heiligen Drei Könige und das Stärkeantrinken oder der Umtrunk, nichts, aber auch gar nichts mit den Heiligen Drei Königen zu tun haben, sagt das kirchliche Bodenpersonal. Aber Sekt ist auch fraglich. Ein Bock sollte es sein, denn in Hildburghausen werden sehr viele Böcke geschossen. Tun wir alles, dass Hildburghausen prosperiert. Ja, ich sehe deine kritischen Augen. Das Wort bedeutet „gedeihen, es zu Wohlstand bringen“. Ob das mit ausgeräumten Straßen geht, bezweifle ich. Prosit!

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