Guter Rat – Schlechter Rat – Zahnrad

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

Ein fröhlicher User hat gefragt, weshalb wir uns in letzter Zeit so wenig zu dem realen deutschen Politikirrsinn äußern. Es sei doch unsäglich, was da alles nicht passiert, wenn die Labertaschen in den Talkshows sich nach Harmonie bei laufenden Kameras mit Null-Aussagen begiften, ob sie nun den Doktortitel wie die Kommunistin und sich ständig wiederholende Frau Dr. Wagenknecht tragen, die Ober-Null-Nummer oder der Oberplapperer Gysi, Oppermann oder der Zehnklassenschüler Schulz mit Nullahnung oder gar die unselige Frau Storch. Die Wirtschaft funktioniert, deutsches Unternehmertum schafft es auch ohne Politiker, egal welcher Farbe sie in der Farbenskala sie huldigen. Deutschland hat es geschafft. Deutschland funktioniert, manchmal. Und die nächste Kanzlerin heißt Merkel.

Herr Hausen:

Meine liebe und kluge Schildburg, besser kann man es wohl kaum sagen. Das ist ebenso clever, wie dermaleinst ein FDP-Politiker, der seine Jahressteuer auf dem Bierdeckel ausrechnen wollte. Die Spitzenleistung mitten in Deutschland liefert jedoch der Freistaat Thüringen ab. Dieser zusammengewürfelte rot-rot-grüne Farbenhaufen von Verliererparteien regiert seit Beginn der Regierungsbildung überhaupt nicht, das brauchen sie auch nicht, und sie sind die beliebteste Regierung, selbst im journalistischen Unwesen, weil die sich vertragen. So wird diese Unfähigkeit beim Volk wahrgenommen. Selbst Harzer und Kummer fallen nicht mehr auf. Brauchen sie auch nicht, die Hand erheben bei guter Bezahlung, das können sie. Wenn irgendwo eine nichtige soziale, gesellschaftliche, kulturelle, sportliche Aufgabe wartet, wird der tapfere Bodo mit fotogenem energischem Gesicht an die Kampfplätze geschickt, der hält als richtiger Kommunist auf Marxens Spuren so zwischendurch auch mal einen Gottesdienst, ist ein Duzfreund von Martin Luther, hält nach der Frühstückspause schnell mal einen Vortrag in Afrika, der Schulterschluss mit dem Heiligen Vater ist kein Problem, er verweist die zu lösenden Aufgaben grundsätzlich an die konkurrierenden Parteien oder zum Bund, besucht kurz vor dem Mittagessen ganz schnell, während die anderen eine Kreisgebietsreform ohne Verstand durchwinken, eine Kultus- und Wissenschaftsministerin, die keine Lust hat, also indisponiert ist, zur Arbeit zu gehen, und manchmal lässt er auch die sächsischen Politikerimporte zu Wort kommen, während sich die Sachsen freuen, dass die außer Landes sind … Höhepunkt, ein kulinarischer Orgasmus wird es für mich sein, ich fiebere schon drauf, ab dem kommenden Herbst eine Klößkartoffel zu erheischen, die gestern mit mutigem Gummistiefelkick Bodo der Tapfere in die fruchtige Erde von Heichelheim gestoßen hat. Wow! Schon das Reiben wird mir im Gedächtnis haften bleiben. Ich hab’s gesehen, gestern im „Thüringen-Journal“. Es gibt nichts Schöneres neben der „Ode an die Freude“. Das war ein guter Rat, nicht wahr, liebe Schildburg? Und viel Soße braucht ein guter Kloß, er muss schwimmen. Und nicht mit dem Messer zerschneiden, das wäre Frevel.

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