Hildburghausen – Das Narrenparadies

Die LINKE - hier rechts

Frau Schildburg:

Gegner brauchen einander, Fußballer, die Halbwüchsigen beim Räuber- und Gendarm-Spiel und ganz besonders politische Spinnerchen, beispielsweise solche, die sich rechts oder links wähnen – im Wahn. Angeboren ist das wohl nicht, so etwas schafft man nur durch Fehlinterpretierungen beim Denken. Und wenn den verführten Typen die Phrasen und die volksdümmlichen Argumente ausgehen, blasen sie wieder warme Luft in die Gesellschaft, manchmal sehr miefige, z. B. sozialistische – egal welcher Schattierung, durchgemixt mit geistigen Dummheiten, aber immer plakativ und für Kleingeister verständlich. Man muss Zugang zu den Herzen aller Menschen (die Menschinnen seien nicht vergessen) finden. Das ist oberstes Ziel. Eigentlich kann man sich über diese Typen nur lustig machen. Besser wäre es, die Agitatoren zu ignorieren. Dann haben die ein Problem, wenn sie niemand mehr beachtet.

Die letzten beiden Wochenenden, einschließlich das fröhliche Fest Pfingsten, waren wegen des wechselhaften Wetters nicht gerade einladend, aber die Gegner luden sich selbst ein, fanden wie immer zueinander, und sie kamen zuhauf aus ganz Mitteleuropa ausgerechnet in das schöne Städtchen Hildburghausen, im grünen Herzen Deutschlands. Den Hildburghäusern war das allerdings reichlich wurscht, denn ich konnte in vielen Filmbeiträgen und Bildern – im Fernsehen und im Netz – kaum einen Hildburghäuser sehen, von einigen halbgewalkten Berufsrevolutionären mit abgelaufener Zeit abgesehen.

Herr Hausen:

Wie viele Polizisten braucht ein solches Städtchen mit knapp 12.000 Einwohnern, um Verkehrsrowdys, Falschparker, Hühner- oder Blumendiebe, Schlossparkpinkler oder Ehestreitverursacher mit erhobener Bratpfannne zu beaufsichtigen, die sind sicherlich schnell für ein Kindergartenkind zählbar? Am Samstag – eine Woche vor Pfingsten – zogen 350 (in Worten: dreihundertfünfzig) Polizisten auf, teils aufgerüstet wie Star-Wars-Krieger. Und manche Berufsdemonstranten riefen nach immer mehr. Der Krieg der Sterne war aber nicht ausgebrochen, nur ein paar griesgrämige Ideologen konnten wie so oft nicht voneinander lassen. Man muss einen richtigen donnernden Furz lassen, dann werden Einsatzpläne geschmiedet und Menschen, da ist die Sicherheit sicher. Übrigens, wenn ich in meine Lieblingsgaststätte gehe, muss ich das Bestellte auch bezahlen. Dieses dummdreiste Spiel hat nämlich nichts mehr mit Demokratie und Versammlungsrecht zu tun. – Mit einem Fachmann habe ich mich unterhalten. Die beiden Wochenenden in Hildburghausen haben dem Steuerzahler mindestens 250.000 EURO gekostet, na gut ein paar Steuergroschen kamen durch den überdimensionierten Genuss von Alkoholika wieder rein, dafür wurde aber die Straßenreinigung wieder strapaziert. Vielleicht ist eben doch nur ein Räuber-und Gendarm-Spiel moderner Prägung. Da hätte man auch in Hildburghausen fünf bis zehn Spielplätze unterschiedlicher Ausstattung bauen können, eine tolle gute Tat …

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