Keine demokratische Einbahnstraße

 

Frau Schildburg:

Da droht einer Sonneberger Dame Zwangsvollstreckung, wegen 70 Euro, weil sie unerlaubt eine Demo gegen rechts organisiert hat. Nun will sie nicht bezahlen, auch wenn sie schon zwei Tage im Knast war, die Ärmste, Diplom-Ingenieurin für Maschinenbau ist sie und Linken-Kandidatin 2014 für den Kreistag. Aber die lieben Linken, die Robin Hoods der Gegenwart, die Kümmerer, werden da schon für Gerechtigkeit eintreten. Ich weiß eigentlich gar nicht, wen das interessiert, mich nicht, wenn die Dame vielleicht des Lesens nicht kundig ist und keine Regeln einhalten kann, muss sie schon ein wenig an ihrer Persönlichkeit arbeiten und geistige Plattheiten vermeiden. Die Linken wettern ja schon in rülpsig-klassenkämpferischem Stil (Man kann es im Netz nachlesen): „Schluss mit der Kriminalisierung von Antifaschisten.“

 

Herr Hausen:

Ich plädiere für Zwangsvollstreckung. Die Frau hat sich nun mal an Gesetze zu halten, und da gibt es in der Demokratie keine rechten und keine linken Gesetze.
Nun, stell‘ dir mal vor, du organisierst eine Demo gegen Die LINKE., die sich als Partei „Demokratie pur“ apostrophiert, Nachfolger der einstigen staatstragenden Partei der demokratischen Deutschen Demokratischen Republik, denn die wissen als einzige politische Kraft in Deutschland, was Demokratie ist. Wenn die in Deutschland an der Macht wären, käme man mit zwei Tagen nicht hin, einige Jahre wären es geworden, und die Menschen hätte man auch noch gebrochen. Auf welche Idee käme Die LINKE? Du bekämst unverzüglich eine Zwangsvollstreckung. Demokratie ist nicht parteilich interpretierbar. Die Demokratie hat nun mal Regeln, und an die muss man sich halten. Mit der leichtfertig propagandistischen Aussage von der Klassenjustiz hat das nichts zu tun. In der Demokratie gibt es keine Einbahnstraßen, hier ist Gegenverkehr angesagt. Wie sagte doch der israelische Satiriker Ephraim Kishon: „Die Demokratie ist bekanntlich das beste politische System, weil man es unbestraft beschimpfen kann.

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