Nachdenken über den Einzelhandel in Hildburghausen –

Ein Rettungs-Monolog von Schildburg kurz vor dem Einschlafen

 

Nun, ein dritter Arbeitskreis hatte auch nicht die erwünschte Wirkung, selbst wenn die Stadt für einen teuren Citymanager durch Fördermittel zunächst allein aufkommen will. Nein, die Gewerbetreibenden können sich nur selbst helfen. Das Aussterben des Einzelhandels in der Innenstadt gibt es nicht nur in Hildburghausen, auch zum Teil in größeren Städten, wo einstige Ladenstraßen inzwischen in Wohnungen umgerüstet werden.

Aber, es gibt erfolgreiche Wiederbelebungsversuche zwischen Händlern und Kunden und damit belebte Innenstädte. Wer sich als Händler retten will, muss im Internet präsent sein. Einzelne Städte gestalten entsprechende Seiten, und die Händler preisen ihre Produkte erfolgreich an. Das funktioniert, man muss nur wollen. Natürlich bedarf es auch einiger Ideen der Händler selbst, vor allem etwas anzubieten, was es beispielsweise nur in Hildburghausen gibt und der Internetkunde dazu bewegt wird, dass man eben gerade bei ihm kauft. Regional könnte auch eine Lieferung frei Haus angeboten werden, das ließe sich alles organisieren. In so eine Internetseite gemeinsam zu investieren, natürlich mit der Stadt und auch dem Werbering, halte ich für ausgesprochen sinnvoll. Da braucht es keinen Citymanager, und die Selbsthilfe ist auch wesentlich preiswerter. Über seinen Schatten springt man, wenn man über seinen Verkaufstresen hinaus denkt. Manche Artikel kann man durchaus noch mit regionaler Geschichte „garnieren“, Hildburghausen hat einiges zu bieten. Das sind die beiden berühmten Fliegen, die man mit einer Klappe schlägt. Da ließe sich auch mancher Tourist anlocken, gewiss nicht mit altbackenen Ideen. Das sollte ein sehr enges Zusammenspiel zwischen Stadt und den Händlern sein, leider hat bisher jeder versucht, sein Süppchen nur für sich allein zu kochen. Selten gab es eine Zusammenarbeit und wenn, war es eine Idee vom Werbering. Da gab es zu wenig Eigeninitiative.

In der letzten Woche verschaffte sich ein Ladenbesitzer in der Oberen Marktstraße lauthals Luft. Die Bürgersteige werden breiter, die Straße enger mit einzelnen Parkbuchten, wo nur noch sehr wenige Autos parken können. Die Obere Marktstraße muss saniert werden, das ist Fakt, aber es geht nicht um Schönheitspreise, sondern um praktikable Lösungen. Aber braucht es tatsächlich wieder mehr als ein halbes, fast dreiviertel Jahr? Natürlich, die Archäologen wollen noch was finden, wie gehabt, aber ich denke, alles wäre auch in drei Monaten zu schaffen, maximal in vier. Das müsste eben in der Ausschreibung schon von Anfang an festgeschrieben werden. Die Arbeitszeiten sind von 06 – 20.00 Uhr zu erlauben und der Markt stets mit dem Auto erreichbar sein. Da klemmt es schon wieder.

In Hildburghausen interessiert das niemanden, auch die Kunden nicht. Die Architekten werden sich wieder verwirklichen, wie in der Johann-Sebastian-Bach-Straße, wo kaum eine ältere Dame oder ein Herr aus dem Caritas-Altenheim auf dem Gehweg laufen können. Wer mit dem Auto über den Salzmarkt fährt, lässt anschließend in seiner Autowerkstatt seine Stoßdämpfer untersuchen, und in der Knappengasse knappt man auch, aber immerhin auf historischem Pflaster. Sind wir denn im Narrenparadies gelandet, dass jeder halbgewalkte Hobbyarchäologe den letzten Barockschutt noch wissenschaftlich untersuchen lässt? Diesen Humbug braucht niemand in Hildburghausen. Wenn die Hildburghäuser etwas mehr Courage hätten, ließe sich ohne großen Aufwand auch ein Sitzstreik organisieren. Der Hobbypolitiker Ramelow hat es doch den Thüringern vorgemacht, oder glaubt ihr tatsächlich, dass der vom Marxismus-Leninismus beseelt ist? Vielleicht die Mitglieder seiner unfähigen Fraktion. – Denken ist die erste Bürgerpflicht. Aber wir haben momentan ein Problem: Wenn wir anderer Meinung als die Obrigkeit sind, werden wir als Wutbürger beschimpft und in Richtung AfD gestellt. Und wer dort ist, der ist doch bekanntermaßen ein Nazi. Schrecklich ist diese Argumentationskette. Endlich hat man jemanden, bei dem man seine Unfähigkeit abwälzen kann. Die DDR war unbestritten ein Lügenstaat, heute gilt für manche Meinungsmacher im freiheitlich-demokratischen Deutschland noch nicht einmal das Einmaleins!

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