Seufzen auf dem Philosophenweg oder

Vorne hui und hinten pfui

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

In der Beurteilung Hildburghausens muss man im Gegensatz zu manchem Kaffeeklatsch und mancher Stammtischrunde fair sein. Das Städtchen war noch nie so sauber wie gegenwärtig. Selbst der Innenhof des Meyerschen Instituts in der Oberen Marktstraße ist zu nennen, kein Zigarettenstummel war am vergangenen Freitag mehr zu sehen. Die meisten Straßen und Bürgersteige unter städtischer Obhut oder der Gebäudewirtschaft verdienen genannt zu werden, tip-top. Bei einzelnen privaten Immobilienbesitzern ist die Ordnungsliebe abhandengekommen oder war nie so richtig ausgeprägt...

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Beinahe in eigener Sache:

Wenn das Bruder Martin wüsste

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

Gottlob hat der Medien- und Vermarktungsrummel um die Reformation nachgelassen. Selbst ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern, als du als Nichtkirchenmitglied allerlei Aktivitäten zu Luther und die Reformation, also zum Beginn der Neuzeit, ausgelöst hast, und das in einem gottlosen Staat, einer Diktatur. Deine postgeschichtliche und philatelistische Sammlung zum 500. Geburtstag Martin Luthers ist mit großem Erfolg in der Schlosskirche zu Wittenberg gezeigt worden, im Historischen Rathaus Hildburghausen hast du eine Sonderausstellung gestaltet, Zeitungsbeiträge hast du geschrieben. Nach dem DDR-Zusammenbruch spielte die Reformation in vielen Büchern deines Verlages eine große Rolle, in deinen Chroniken ohnehin.

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Ochsen gehören auf den Acker und nicht ins Rathaus

(altes deutsches Sprichwort)

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

Oh, oh, oh, lieber Hausen. Eine harsche Kritik ist heute von der Verwaltungsgemeinschaft Heldburger Unterland an das Standesamt in Hildburghausen im Blättchen zu lesen. Heldburg wollte Kosten sparen und übergab Anfang 2014 die Aufgaben des Standesamtes ihrer Verwaltungsgemeinschaft an Hildburghausen. Doch damit war man in der Kreisstadt anscheinend überfordert.

Herr Hausen:

Ich finde diese Mitteilung ziemlich ärgerlich und blamabel zugleich. Vermutlich liegt es daran, dass die Damen und Herren Beamten noch nie in der freien Wirtschaft tätig waren. Sie wähnen sich ihres Arbeitsplatzes sicher und haben nichts zu befürchten, höchstens den Geruch von Faulheit und fehlender Organisation...

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Triestes Herbstwetter, ein tropischer Vogel und lapidare Gedanken

Sauwetter, die letzte Oktoberwoche beginnt mit Bettgedanken. Warum bin ich eigentlich heute aufgestanden? Gegenüber meines nicht mehr benutzbaren Lieblings-Chlochmerles in der Rückertstraße nahe der Post hüpft mir doch beinahe ein spatzengroßes buntgefiedertes Vögelchen über den Fuß, vogelmunter ist der kleine Piepmatz mit seinem exotischen Federkleid. Aber, hallo, der ist nicht in der mitteleuropäischen Natur gezeugt worden, eher mit dem Zoohandel nach hier gelangt. Vielleicht war er noch wenige Stunden zuvor wohlbehütet in einem Wohnzimmer, die Neugierde auf die Freiheit ließ ihn ausbüxen.

Gedanken entwickeln sich...

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Als 1988 die Dänische Botschaft besetzt wurde

Zum Tode Wolfgang Mayers am 2. Oktober 2017

Dr. Wolfgang Mayer, Diplom-Lehrer und Politikwissenschaftler, der am 9. September 1988 mit 17 ausreisewilligen DDR-Bürgern aus Ilmenau in Thüringen die Dänische Botschaft in Ostberlin besetzt hat, ist am 2. Oktober in Speyer/Rheinland-Pfalz seinem langjährigen Krebsleiden erlegen.

Geboren am 20. Januar 1950 im Vogtland als Sohn aus dem Sudetenland geflüchteter Eltern, erwarb er 1968 an der Erweiterten Oberschule „Fritz Heckert“ in Zeulenroda das Abiturzeugnis und zugleich den Facharbeiterbrief als Maschinenbauer. Danach arbeitete er als Postangestellter und verrichtete seinen „Ehrendienst“ bei der „Nationalen Volksarmee“ im Nachrichtensektor.

Von 1970 bis 1975 studierte er Pädagogik an der Martin-Luther-Universität in Halle-Witt...

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HILDBURGHÄUSER FREUNDSCHAFTSBUND (HFB)

Ingenieur-Verbindung HILDBURGIA

Ansprache von Martin Leidinger am 3. Oktober 2017

zur Wiedereinweihung der Gedächtnisbrücke am Neuen Technikum

Sehr geehrte Frau Landtagsabgeordnete Kristin Floßmann, sehr geehrter Herr Bürgermeister Holger Obst, sehr geehrte Frau Schulleiterin Corinna Müller, sehr geehrte Gäste dieser Einweihungsfeier!

Ich spreche heute im Namen der Verbindungen des Hildburghäuser Freundschaftsbunds, in denen, wenn auch inzwischen an anderen Orten, die Ideale der Verbindungen weitergelebt werden, die dieses Bauwerk initiiert und seine Errichtung finanziert haben.

Ich hatte das persönliche Vergnügen, mich intensiver mit der Geschichte des Hildburghäuser Technikums und seiner Studentenverbindungen beschäftigen zu dürfen...

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Unschuldige Spießgesellen und

der raue Ton des Pöbels

In einer Tageszeitung der Region findet sich eine Einschätzung der Bundestagswahl des Herrn Genossen Kummer, einst Unteroffizier des Stasi-Wachregiments:

Platz drei im Landkreis ist für uns eine sehr schwierige Entwicklung, die mich befürchten lässt, dass der Umgangston in der Politik in der nächsten Zeit immer rauer wird und die Aggressivität, die im Wahlkampf zu spüren war auf die Gesellschaft niederschlägt“, sagt MdL Tilo Kummer. „Ich mache mir ziemliche Sorgen, wenn man erlebt, wie eine Bundeskanzlerin und ein Außenminister bedroht werden, da bilden sich für mich historische Parallelen aus. Die anderen Parteien müssen sich gründlich überlegen, wie sie darauf reagieren.“

Am 28...

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Frau Schildburg in einer eMail an Herrn Hausen am 26. September 2017

Guten Morgen, lieber Hausen,

da gibt es in Deutschland momentan eine mächtige Katerstimmung wegen der fehlenden Kader. Da sollten sich die Damen und Herren Politiker doch endlich mal ihren Umgang mit der demokratisch gewählten AfD überdenken. Immerhin ist sie drittstärkste Partei geworden, in Thüringen sogar zweitstärkste. Und da die sogenannten Altparteien schon bei der Gründung der AfD im national-frontalen Einheitschor erklärten, dass sie mit diesen Schmuddelkindern nicht im gleichen Sandkasten spielen, macht man allenthalben jetzt lange Gesichter, und man wird wählen und wählen, bis niemand mehr Lust zum Wählen hat. Die Mitglieder und deren Wähler dürfen bislang zwar fleißig arbeiten, aber mitregieren dürfen sie nicht...

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Das Naivchen aus dem Taunus

Eva Rupperts Briefe an Erich Honecker

Im ehemaligen Ostberlin steht die DDR-Nostalgie-Industrie in voller Blüte! Ein rundes Dutzend einstiger DDR-Verlage verbreiten in Memoiren prominenter DDR-Rentner und angeblichen Aufklärungsschriften ein derart geschöntes Bild des SED-Staates, dass man heute noch bedauert, dort nicht gelebt zu haben! Wenige Wochen, nachdem am 6...

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Kaum überbietbare Realsatire pur

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

 Nach dem Haarewaschen habe ich heute keinen Fön gebraucht. Das Kopfschütteln nach dem „Thüringen-Journal“ ließ meine Haartracht von alleine trocknen. Uwe Höhn, noch vor wenigen Stunden stellvertretender Landtagspräsident, jetzt kommt der befördernde Abstieg als Staatssekretär ohne Landtagsmandat in die Politikniederungen, der Verfechter des gigantischen Großkreises Südthüringen. Da kann natürlich ein unvoreingenommenes Bild in die Politik eingebracht werden, seltsam, Herr Bausewein, eigentlich müsste er Brausewein heißen, hatte mal wieder einen genialen Personalvorschlag. Hat da jemand was geraucht? Das brachte selbst die eigenen Genossen in Wallung. Keiner braucht ihn, aber ab und an steigt er aus den Niederungen der Provinz auf...

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