RECHTS oder LINKS und faschistoider Tourismus,

und wo bleiben wir?

links-rechts

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

Ach, Hausen, eigentlich wollte ich gar nicht darüber reden und viel lieber verdrängen, denn was letztes Wochenende in Hildburghausen zu erleben war, ist überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Du weißt, ich bin ein die Wahrheit liebender Mensch und spreche es einfach aus. Inoffiziell waren es Samstagnachmittag auf dem Neonazikonzert „Rock für Identität“ mehr als 5500 Personen. Ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll?

Herr Hausen:

Ja, liebe Schildburg, ich kann dich gut verstehen, mir geht es ähnlich. Wir waren zwar beide nicht im Städtchen. Die Supermärkte wussten zum Teil gar nicht, wie ihnen geschieht, unmöglich, noch einen Parkplatz zu ergattern. Die ungebetenen Gäste haben sich versorgt und letztendlich auf den Parkplätzen Chaos hinterlassen, weil man bei den Genehmigungsbehörden nur bis zum Feierabend gedacht hat. Es gab Auflagen, die waren aber gewiss Pillepalle, wie man lieber Freund Gerd immer zu sagen oder zu schreiben pflegt. In Deutschland ist es überhaupt kein Problem, sich trotz Auflagen rundum mit Getränken und sonst was zu versorgen. Aber, man kann die Stadt großflächig sperren, Personen und Körperkontrolle bei einem einzigen Einlass zum Demonstrationsgelände, aber auch Straßenbauarbeiten können da sehr nützlich sein. Zig durchführbare und legitime Unannehmlichkeiten fallen mir da ein. Keine Getränke zuzulassen und wenn, nur in minimalen alkoholischen Prozenten zu späterer Stunde, das ist Denken für normal denkende Kinder für den Kindergeburtstag. Man muss nur wollen und nicht am Freitag um 13 Uhr den Feierabend einläuten. Wir brauchen in Hildburghausen keine Invasionen, weder von braun noch von rot, egal wie das eigentlich bei den sozialistischen Spielarten heißt. Und 350 Polizeibeamte, aus dem Steuersäckel bezahlt, schon gar nicht, da hätte Hildburghausen zehn schöne Spielplätze bekommen.

Frau Schildburg:

Letztendlich verlief doch alles friedlich, und die Polizei verdient meinen absoluten Respekt. Für die Beamten war es sicher keine leichte Aufgabe. Sie haben es gut gemeistert, das hätte auch die Presse honorieren können. Stattdessen nur Kritik! Irrtümlicher Weise wurde auch von 200 Gegendemonstranten geschrieben, vielleicht sollte man es auf die Hälfte reduzieren, und die waren meist noch von außerhalb. In einem hatten sie Recht: „Die Hildburghäuser fehlten!“ Aber die Hildburghäuser brauchen dieses Gesocks auch nicht.

Herr Hausen:

 Was mich ärgert, ist der Brief des Ex-Bürgermeisters, der in der Presse vom Donnerstag nachgelesen werden kann: „In einem Schreiben bittet dieser linke Landtagsabgeordnete und Einwohner von Hildburghausen, Steffen Harzer, Bürgermeister Holger Obst (CDU), mit einer Änderung der Modalitäten zur Sondernutzung des Festplatzes im Schraube-Gewerbegebiet das am kommenden Samstag stattfindende Solibri-Festival zu unterstützen.“ – Eiskalt läuft es mir den Rücken runter, wer da noch hinter dem „Solibri“-Konzert steht, nicht nur fromme und brave Bürger, sondern auch Stalinisten und SED-Anhänger übelster Prägung, die die Demokratie und Verfahrensfragen bis zum Äußersten strapazieren, die sich derzeit in Schuldzuweisungen und üblen Leserbriefen sich selbst in ihr äußerst dämmriges und ihr funzelhaftes Licht rücken.

Frau Schildburg:

Mir geht es nicht anders. Gibt es denn nur noch RECHTS und LINKS? Sonntag schon das gut weniger besuchte „Marktfest der Linken“. Das laut Presse ja, „vom rechten Aufzug überschattet war“. Der tapfere Bodo hat sich schon mal krankschreiben lassen. Kann man sehen wie man will, denn die einen brauchen die anderen. Also wenn man mich fragt, brauche ich keine derartigen Veranstaltungen. Und das noch zu Pfingsten, dem lieblichen und fröhlichen Fest.

Herr Hausen:

 Dich fragt aber niemand, liebe Schildburg und genau das ist das Problem europaweit. Die liberale Mitte wirkt wie ausradiert, selbst in unserem wunderschönen Städtchen scheint diese Entwicklung nicht spurlos vorüberzugehen.

Ach, übrigens, für nächstes Jahr kann man es doch durchaus organisieren, dass diese Volksverhetzer aus dem Städtchen ausgesperrt bleiben. Und auch ein Versorgungsengpass kann helfen. Die Leute im Osten haben damit doch jahrzehntelange Erfahrungen – in der wunderbaren SED-DDR. – In meine Wohnung lasse ich auch keine ungebetenen Gäste rein. Und überhaupt: Dem Revolutionstourismus der Nazis und der Kommunisten gehört nicht nur der Stinkefinger gezeigt, denn in Hildburghausen stinken diese Umtriebe zum Himmel. Es wird Zeit, dass dieser Klientel das Handwerk gelegt wird und niemand mehr auf sie hereinfällt.

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