Dr Schinknknochn

Friedrich Moses
Dr Schinknknochn

Ä Fra tut Arbessuppn kochn.
Sie setzt än große Topf voll bei
un käfft a nuch än Schinknknochn,
dan schteckt se in die Arbes nei.

Un wie die Suppn fertig war,
da hatse nu ihrn Tisch gedeckt,
dan Schinknknochn doch zuvor
hatse halt nei ihrn Schrank gesteckt.

Un acht Tag drauf gings widder so.
Da tutse widder Arbes kochn
un sögt sich leis: “Ich bin na froh,
dass ich nuch ha dan Schinknknochn.”

So gings a in der dritten Wochen,
da setzt se widder Arbes zu,
un der geplagte Schinknknochn,
der musst sei letzte Kraft hertu.

Zwä Tag drauf kümmt die Nachbarn nei
un sögt: “Ich tu heit Arbes kochn.
Ach, wenn du na so gut wöllst sei,
borg mir ämal dein Schinknknochn.”

Die Fra sögt: “Setz dich na ä weng,
mei Hausfra drohm, die hatn ahm,
die mussn numehr widder breng,
da kannste ne gleich mitgenahm.”

Un nacher in der verten Wochn,
da tutse widder Arbes kochn.
Doch aus warsch mit dan Schinknknochn:
Er hat halt nimmer schö gerochn.