Schöne Grüße von Baron de Batz aus Paris oder sonst wo her

debalz

Frau Schildburg zu Herrn Hausen:

Wieder munter, lieber Hausen, nach der gestern angekündigten Kneipentour?

Herr Hausen:

Über die Nachricht von Baron de Batz, mit kompletten Namen hieß er Jan-Pierre de Batz, vergaß ich beinahe das Biertrinken. Die Nachricht klang wie „Elvis lebt!“ Das ist der Stoff, aus dem man Mythen strickt.

Frau Schildburg:

Na, erzähle doch wenigstens in wenigen Worten, wer der Geheimnisvolle ist.

Herr Hausen:

Ja, es hat ihn gegeben, real, auch wenn er seine Spiele immer im Hintergrund trieb. Einflussreich war er und ein exzellenter Hasardeur zugleich. Jeder Filmregisseur bekäme bei dem Stoff volle Häuser. Unseren Lesern will ich schnell einen Schnelldurchlauf geben, auch wenn im Moment der Kampf zwischen Bayern München gegen Borussia Dortmund die Gemüter mehr bewegt. Du kennst doch seine Biografie auch, also beginne.

Frau Schildburg:

Er entstammt eigentlich dem Bürgertum. Dafür schämte er sich, beim Militär versagte er. Er schaffte es mit viel Geld, seinem Aussehen und Auftreten als Höfling und Diplomat in die adligen Kreise zu kommen. Er baute ein Netzwerk zu Ministern und Staatsdienern auf und wurde gigantisch reich und spekulierte. Er sah sich selbst immer als sehr mächtig und auserlesen an, also mehr „Schein als Sein“. Selbstverständlich konnte er sich „seinen“ Adelstitel kaufen. Bei König Ludwig XVI. erschien er als Finanzberater, und dann wollte er ihn vor dem Blutgerüst retten. 300 Leute hatte er hierfür bestochen, der Anschlag misslang wegen der Inaktivität der Bestochenen. Das halbautomatische Henkerbeil war alltägliche respektvolle Realität in Frankreich geworden.

Herr Hausen:

Später entkam er auf abenteuerliche Weise selbst der Guillotine, ein Haifischbecken spielte dabei eine Rolle. 39 seiner Mitverschwörer mussten ihr Leben lassen. Vom Ausland organisierte er den royalistischen Widerstand. Er war längst zum Staatsfeind Nummer Eins geworden. Überhaupt, hat sich der Name de Batz in das Geschichtsbewusstsein der Franzosen eingegraben. Schon sein Großvater hat auf wundersame Weise König Heinrich IV. das Leben gerettet.

Frau Schildburg:

Na, und jetzt tritt Baron de Batz in einer englischen Internet-Seite auf, sicherlich nicht leibhaftig, und er erzählt schwatzhaft, was in Hildburghausen alles um das leidige Problem der Exhumierung passiert ist. Da werden natürlich die „Freies Wort“-Beiträge in voller Länge zitiert, die Rolle des Interessenkreises „Madame Royale“ selbstdarstellerisch herausgekehrt.

Herr Hausen:

Eines muss man Herrn Meyhöfer zugestehen. Er hat die ganze Angelegenheit nach einer nach außen zelebrierten Ruhe und gespielten Neutralität auf die Reihe gebracht.

Frau Schildburg:

Da gibt es jetzt eine neue Frage. Die Royalisten sind so wundersam geheimnisvoll still.

Herr Hausen:

Darüber wird noch zu reden sein. Sie sind nicht inaktiv. Sie müssen bei den gegenwärtigen Konstellationen nach außen nicht viel tun.

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