Sollten akzeptieren: Dunkelgräfin wollte unerkannt bleiben

Nachfolgender Leserbrief wurde heute (27.02.2013) im Freies Wort veröffentlicht, zeigen doch hier ehemalige Hildburghäuser mehr Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt als manche heutigen Einwohner!

Sollten akzeptieren: Dunkelgräfin wollte unerkannt bleiben

Lange Zeit habe ich überlegt, ob ich mich zu diesem Thema äußern will und bin nun nach Monaten zu dem Entschluss gekommen, dies zu tun. Durch Verwandte, die in Hildburghausen leben, erhalte ich Informationen zum jeweiligen Stand. Ich bin ein Thüringer Kind, in Häselrieth 1949 geboren und trotz vieler Umzüge und „durch die Welt kommen“ habe ich den Kontakt zu dieser liebenswerten Stadt aufrechterhalten.
Ich wuchs auf dem „Kostenberg“ und am Kehrweg in Häselrieth auf. Meine Lehre begann ich im damaligen Geflügelzuchtbetrieb auf dem Stadtberg. Ich bin täglich von Häselrieth aus zur Arbeit gegangen und habe oft den Weg entlang am Grab der „Dunkelgräfin“ genommen. Die Geschichte um das Grab hatte mich als Kind und Jugendliche schon fasziniert und diese Faszination ist geblieben. Bedauerlich war allerdings der Zustand des Grabes und der Weg dahin – zur damaligen Zeit fand „adliges Gut“ ja wenig Beachtung. Dies hat sich geändert und es ist erschreckend, wie sich alles ins Gegenteil verkehrt. Warum wird der Wunsch dieser Dame nicht respektiert? Sie wollte zu Lebzeiten unerkannt bleiben – und hat danach gelebt. Wer gibt heute irgendwelchen Menschen das Recht, dies nicht zu respektieren.Was immer damals die Hintergründe waren – es berechtigt niemanden dies heute aus welchen Gründen auch immer, zu ändern!
Ich unterstütze aus vollem Herzen die Menschen und Meinungen,die für die Unberührtheit des Grabes plädieren und dafür stimmen, dies unversehrt zu belassen. Wem ist mit der Lüftung des Geheimnisses gedient?
Was hat die Exhumierung mit dem Wohlergehen der Stadt zu tun? Was schadet es, wenn sich der MDR zurückzieht und die Lüftung des Geheimnisses  damit scheitert?
Wenn es in Hildburghausen Menschen gibt, die nicht pietätlos handeln wollen, sind sie wahrlich noch lange kein Völkchen unwissender, rückwärtsgewandter und trotziger Hinterwäldler.
Jeder kann seine Geschichte „träumen“, die Franzosen können doch gerne, wenn sie wollen und möchten, ihre weißen Lilien auf das Grab legen, ob es sich nun um Marie Therese Charlotte handelt oder nicht.
Die Stadt hat „ihr Geheimnis“ Jahrzehnte bewahrt, und ist dadurch interessanter,warum soll der Schleier gelüftet werden?
Noch etwas möchte ich dazu bemerken:
Warum muss man immer der Meinung anderer Bürger sein und macht sich mit einer gegenteiligen zum Außenseiter? Warum beschimpft man sich auf unschöne Weise? Solche Leute haben bei mir gleich verloren.
Erinnern möchte ich noch an dieGeschichte der Exhumierung bzw. Öffnung des Grabes von Editha im Magdeburger Dom – was hat sie letztendlich gebracht?! Ich fand es einfach nur entsetzlich und respektlos den Toten gegenüber! Bewahren Sie das „Geheimnis der Dunkelgräfin damit schaden Sie niemandem!

Angela Franke,
Wismar

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