Vladimir Pussy und Bodo der Tapfere

Genosse

Frau Schildburg:

Unglaublich, was der alles kann, Vladimir Pussy. Ein PR-Gag jagt den anderen, Millionen, nein Milliarden Menschen schmelzen verzückt dahin. Er flüstert mit Delfinen, auch wenn es mit dem Schwimmstil etwas hapert, aber er steigt als Schwan in die Sphären, steil empor und glückselig, den Sternen entgegen. Wie ein richtiger Sowjetheld, mit Jagdgewehr, Angel und bloßem Body, er streichelt Amur-Tiger, er zeigt sein strahlendes Gebiss als Panzerfahrer und Kampfpilot, als Kampftaucher und in der Pose eines Uschakow, ja wie Admiral Фёдор Фёдорович Ушако, oder mit Paraglider nach der eleganten Landung, durch ein Schlammloch laufend und mit sauberen Schuhen herauskommend … Das ist ein Mann, d e r braucht keine Drogen, er ist eine.

Herr Hausen:

Na aber, so muss es sein, Public Relation-Gags am laufenden Band. Menschenglaube. Mit dem Papst steht er schon auf Du und Du, sagt man. Heiligsprechung, ihm fehlen noch ein paar Kontakte. Da ist unser Landesheld Bodo der Tapfere einfacher strukturiert. Immer mit Schlips und Kragen und kein Militärschritt wie bei Vladimir, von wegen Stahlhelm oder Strohhut. Aber immer mit elegantem Schuhwerk, auf dem Kartoffelacker bei Heichelheimer Klößkartoffeln, Kälbchen fütternd, mit Kindern lächelnd, mit großen Augen auf Maschinen und in die Wissenschaft schauend, den Bogen mit links zugekniffenem Auge schießend, seinen Hund an der Leine, hoffnungsvolle linksradikale Avantgardisten anraunzend, zwischendurch nach einem Parteitag und rot angepinseltem Karl-Marx-Zwerg die Bergpredigt predigen, zuversichtlich die DDR- und SED-Verbrechen aufarbeitend. Auch wenn das alles nichts mit Regieren zu tun hat, bleibt nur eine winzige vertrauensvolle Frage. Glaubt er wenigstens noch an seine politische Linie oder ist er selbst nur ein PR-Gag? Oder schaut er nur selbstzufrieden, weil er es geschafft hat?

  • coupons for diapers Blog  schreibt:

    ja, das ist so. seit dem mauerfall haben alle ideologischen Ziele der Parteien ausgedient. weil die feindbilder auf einmal weg waren. seit kohl hatte keine partei (ausser anfangs den grünen) noch irgendeine perspektive für das land zu bieten gehabt – bis heute nicht. man hat sich beholfen mit dem neoliberalismus, dem exportweltmeister und der globalisierung. aber eine positive perspektive, ein programm, hat keine partei mehr zu bieten. (was etwa “soziale gerechtigkeit” bei der spd bedeutet, haben wir ja unter schröder gelernt). es sind nur leere worthülsen geblieben, deshalb geht ja auch kaum mehr einer wählen.

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