Vorwärts, das Geheimnis der Dunkelgräfin wird gelöst!

schwarzekatze

Frau Schildburg:

Den Namen Harry Stoll-Baum habe ich noch nie gehört, und er ist vermutlich nicht nur für mich ein Geheimnis. Er hat einen umfassenden zweispaltigen Artikel in der „Südthüringer Rundschau“ gezeichnet. Übrigens, ich habe einschlägig gegooglet (oder heißt es gegoogelt?) Der Name Stolle-Baum taucht nirgendwo auf, lediglich durch Assoziationen bei einem Friedwald-Unternehmen ist er feststellbar. Ein Mensch, der sich so kenntnisreich zur Thematik äußert, müsste irgendwo im Netz auftauchen und dementsprechend oft. Das Netz vergisst nichts. Aber irgendwo aus dem Bereich eines bekannten Fernsehsenders stammt er, denn er weiß sehr genau, was die mdr-Redaktion im Schilde oder im Sendeplan führt, die vielleicht ein schlechtes Gewissen plagt. Und zwei nicht genannte Hobbyforscher sind auch schon mit oder ohne Fähnlein aufgebrochen. „Sie schicken sich an, eine ‚heiße Spur‘ der geheimnisvollen Dunkelgräfin zu verfolgen. Da ja alles ein Geheimnis bleiben muss, sind die beiden Forschernamen auch ein Geheimnis. Da fehlen jetzt nur noch die Kapuzen. Also Geheimnis³. Endlich macht das geheimnisvolle Geheimnis Geheimnis-Karriere.
Aber, wie war das doch, lieber Hausen, hattest du nicht schon vor Jahren betont, dass die Dunkelgräfin nicht auf dem Stadtberg begraben liegt?

Herr Hausen:

Auch bei mir Fehlanzeige, und ich kenne die Quellenlage zur Thematik wie nicht sehr viele. Vielleicht ist es aber auch nur Unfähigkeit meinerseits, noch etwas auf die Reihe zu bringen. Zurück zu deiner Frage, liebe Schildburg. Dass ich davon ausgehe, dass die Dunkelgräfin nicht auf dem Stadtberg begraben liegt, habe ich schon vor Jahren ins Gespräch gebracht. Die Problematik war übrigens auch eines der letzten Gespräche mit Helga Rühle von Lilienstern. Es ist doch Nonsens, dass Leonardus Cornelius van der Valck ein Geheimnis über viereinhalb Jahrzehnte mit gigantischen Geldsummen bis zum Exzess hütet, um es dann am Tag der Beerdigung der Madame öffentlich zu präsentieren. Wer das glaubt, kann auch davon ausgehen, dass die Erde eine Scheibe ist und dass sich die Sonne um die Erde dreht. – Dafür gibt es viele, sehr viele Gründe. Einer der Erfinder vielleicht neuer Theorien, Anonymos Harry Potter, äh Harry Stolle-Baum, baut gedankliche Beziehungen auf, die den Eindruck von Logik vermitteln, die auch die kleine Frau von der Straße oder der gestandene Mann am Biertisch verstehen, aber auch gleich noch ein paar wackere Bürger kategorisiert, wenn er unter 3. schreibt „aber ein paar ganz Mutige“ und wenig später „Diese ‚Außenseiter‘“. Er scheint eben doch ein gescheiter Bursche zu sein, der schon alles weiß, bevor er etwas untersucht. Aber du kannst sein Gedankenbauwerk mit zwei drei Sätzen ad absurdum führen. Du musst nur seine angeblich feststehenden Wahrheiten in Frage stellen, die nicht mehr tauchen als die Stabilität einer Wellblechhütte in einer Olympiastadt. Es wird nicht interessant, jetzt wird es richtig lustig. Ob das allerdings Hildburghausen guttut, weil sich irgendwelche Leute profilieren wollen, ist eher traurig. Aber wir sehen es von der heiteren Nonsens-Seite. Wie sagte doch der Geheimrat aus Weimar: „Getretener Quark wird breit – nicht stark.“

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